Freitag, 27. September 2013

Der Ungnädige von Jane Casey





Zweiter Band der "Maeve Kerrigan" - Reihe
Verlag: blanvalet
Taschenbuch, ca. 608 Seiten
ISBN: 978-3-442-38010-7
Preis: 9,99 €

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Klappentext:
Die Öffentlichkeit feiert ihn als Helden: den Unbekannten, der zwei verurteilte Pädophile zu Tode gefoltert hat. Selbst für die Kripo haben die Morde nicht allerhöchste Priorität. Nach Ansicht der jungen Ermittlerin Maeve Kerrigan ist diese Art von Selbstjustiz jedoch unerträglich, und gegen alle Widerstände macht sie es sich zur Aufgabe, den selbst ernannten Richter und Henker jener Toten dingfest zu machen. Als aber die Gewalt eskaliert, muss sie sich entscheiden, wie weit sie für die Gerechtigkeit gehen will

Meine Meinung zum Buch:
Gleich eins Vorweg: es ist nicht tragisch, wenn man den ersten Teil der "Maeve Kerrigan"-Reihe nicht kennt. Zwar gibt es kleine Andeutungen auf die Vorgeschichte in "Der Brandstifter", diese sind jedoch für die eigentliche Story nicht von Belang.
Auf dem Buchrücken von "Der Ungnädige" ist ein Zitat des "The Irish Independent" abgedruckt, dass ich euch nicht vorenthalten möchte:

"Fabelhaft geschrieben...
mehr Wendungen als ein Korkenzieher!"

Wenn ihr so etwas lest, was erwartet ihr dann?! Genau: Spannung, Spannung, Spannung -  und zwar von der ersten bis zur letzten Seite! Leider habe ich mich beim Lesen der über 600 Seiten weitestgehend gelangweilt. Wenn ein Thriller so Seiten stark ist, muss er meiner Meinung nach auch mit einigen spannenden Szenen aufwarten können. Leider hat sich die Autorin die meiste Zeit mit dem Privatleben von der Ermittlerin Maeve Kerrigan aufgehalten. Ständig ging es um ihre Gefühle gegenüber ihrem Kollegen Rob, es ähnelte oft ehr einem Liebesroman als einem Thriller. Des Weiteren haderte die Ermittlerin ständig mit sich als Frau bei der Polizei, vermutete hinter jeder Aussage des neuen Kollegen Diskriminierung und war deswegen beim Arbeiten oft stark gehemmt. Natürlich macht es einen Thriller interessant, wenn neben dem typischen Mord mit Serienmörderpotential auch ein Nebenstrang geführt wird. Allerdings sollte man sich dann für eins entscheiden: entweder schläft die Ermittlerin mit einem Arbeitskollegen ohne dass das auf dem Revier gern gesehen wird ODER sie wird auf ihr passables Aussehen und junges Alter reduziert. Beides zusammen führt zu unzähligen Seiten ohne viel Spannung!
Die vom "Irish Independent" groß angeschriebenen Wendungen im Mordfall sind dann leider stark untergegangen. Zwar waren da einige interessante und unerwartete Umschwünge dabei, aber rein von meinem Gefühl ausgehend, waren das nicht mehr als in jedem anderem guten Thriller! Ohne einen interessanten Umsturz im Kriminalfall kommt mittlerweile kein Spannungsbuch mehr aus, aber normalerweise werden genau diese Umstürze in den Vordergrund des Buches gestellt! In Jane Caseys "Der Ungnädige" hatte ich ehr das Gefühl, dass der Mordfall an sich nicht so wichtig ist, sondern der Hauptaugenmerk auf die Ermittlerin und ihre Gefühlswelt gelegt wurde.
Ganz nebenbei: der Klappentext des Buches ist totaler Quatsch. Die Öffentlichkeit bekommt in diesem Buch nicht einmal eine Stimme, es gibt keine Widerstände gegen die Maeve Kerrigan gegen an arbeiten muss, außer wenn mal ein Spruch à la "Der hat es doch verdient" aus dem Mund eines Polizisten als Widerstand gezählt wird.

Fazit:
Vor lauter Wendungen, Geplänkel und Privatleben der Ermittlerin hat die Autorin leider die Spannung vergessen!


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