Freitag, 8. November 2013

Leandra-Lou: Runway. Catwalk. Holzweg.
von Orlando Hoetzel und Verena Stegemann




Einzelband
Verlag: kunstanstifter Verlag
Hardcover, ca. 100 Seiten
ISBN: 978-3-942795-11-1
Preis: 22,50 €

Probelesen und kaufen könnt ihr das Buch hier






Klappentext:
Das Werk ist eine Parodie auf die Modewelt und den derzeitigen Kult um die Modeblogger. In bissig-frechen Einträgen, jeweils mit wunderschönen Mode-Illus versehen, zeigt uns die hippe Leandra-Lou was gerade in ist und wo die Fashion Crowd zu sein hat. Ihr Motto: Wenn mein Leben das Outfit ist, dann sind meine thoughts die knallroten Stilettos dazu. Frech ein Modemagazin unter den Arm geklemmt wie ein französisches Schwarzbrot, strahlt sie einfach Glamour pur in Zehner-Potenz aus! Sie liebt die schönen Dinge des Lebens: Fashion, Style, Cities und Hot Pants und schafft es mit ihrem Blog immer wieder, uns Normalsterblichen ein wenig ägyptische Erde in die alltagsgrauen Gesichter zu zaubern. Doch dabei ist sie noch viel mehr als ein It-girl! Wenn schon, dann ein It-, und Around-, und In-girl! Denn bei aller Liebe für das Schöne und sich selbst, bei aller kindlichen Naivität und ein paar reizend kaschierten Bildungslücken, ist sie sich trotzdem nie zu schade für eine kritische Weltsicht auch auf die unbequemen Themen der Welt: Die Schuldenkrise in den USA, den EHEC-Skandal oder als saure Gürkchen entlarvte Ex-Boyfriends. Leandra-Lou bildet sich zu großen und kleinen Themen ihre einfach-geniale Meinung und konsultiert dazu auch gern ein weltumspannendes Best-Gay-Friends-Netzwerk.

Meine Meinung zum Buch:
Ich bin absoluter Fashion-Blog-Fan und liebe es auch, wenn die Blogger sich selbst mal auf die Schippe nehmen. Vor allem in der Mode wollen sich viele Blogger aufgrund von Bloggerevents & anderem Quatsch profilieren. Da aber praktisch jeder zweite Blogger eingeladen wurde oder die tolle neue Gucci-Handtasche bekommen hat, verliert alles etwas an Exklusivität. Als ich dann von Leandra Lou erfahren habe, und dass die beiden auf ihrem Blog die Fashion-Blogger-Welt "etwas" auf die Schippe nehmen, war ich absolut gespannt auf das Werk in Buchform.
Das Buch fässt sich unheimlich Edel an und wirkt schon fast wie ein kleines Kunstwerk in Buchform. Die enthaltenen Illustrationen sind einfach grandios, immer auf den Punkt gebracht und treffen voll meinen Geschmack! Eigentlich könnte ich stundenlang das Buch nur durchblättern und die Illustrationen bewundern! Würde es nur um die Aufmachung und Illustration des Buches gehen, hätte es volle Punktzahl und ich hätte es voller Begeisterung in meinem Bücherregal platziert!
Leider habe ich mir dann den Inhalt zu Gemüte geführt. Den Blog habe ich mir vorher natürlich auch angeschaut, allerdings scheint es tatsächlich etwas anderes zu sein ob man Blogbeiträge online oder in gedruckter Form liest. Die Blogbeiträge waren oft total sinnlos zusammengewürfelt und am Ende dann in Buchform gepresst. Was auf einem Blog noch nach dem Lauf des Lebens aussieht, wirkt in einem Buch einfach Konzeptlos. Der Schreibstil, den ich auf Leandra-Lous Blog noch als witzig empfand, nervte mich in dem Buch ins Unermessliche. Der große Unterschied zwischen Buch und Blog ist einfach, dass man auf einem Blog mal ein, zwei Beiträge liest, dann aber auch tagelang gar nicht. In einem Buch liest man aber nicht nur für 2 Seiten und packt es dann erstmal für 5 Tage zur Seite. Deswegen sind Einwürfe wie englische Wörter und abgehobene Angeberei, wie es nun mal der Stil von Leandra-Lou ist, schnell abgedroschen und nervig. In kleinen Dosen gerne, aber in so einer Fülle war es einfach nur anstrengend!

Fazit:
Ein Fashion-Satire-Blog sollte ein Fashion-Satire-Blog bleiben und nicht zwischen zwei Buchdeckel gepresst werden! Aber die Illustrationen waren dafür grandios...


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Kommentare:

  1. Dass Beiträge als Blogposts, aber nicht als Kapitel in einem Buch funktionieren, ist mir auch schon aufgefallen. Und eine leicht schnoddrige Sprache ist 5 Minuten ja ganz lustig, aber nach 10 Seiten geht das auch nicht mehr. Dieselben beiden Probleme hatte ich bei Frau Freitag und ihren Büchern. Als Blog toll, als Buch irgendwann nur noch nervig!

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    1. Ich finde es auch immer etwas lieblos und schade, wenn man die Blogposts einfach als Kapitel übernimmt. Ich hab ja nun schon ein paar Bücher gelesen, die früher Blogs waren und manchmal ist das Konzept aufgegangen. Da wurde die zu erzählende Geschichte gleich gelassen, aber auf das Medium Buch angepasst. Es wurde also eine richtige Geschichte draus und nichts abgehacktes.

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Schaue doch in ein paar Tagen noch einmal vorbei, dann findest du bestimmt eine Antwort von mir ;)

 
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