Sonntag, 5. Januar 2014

Es wird keine Helden geben von Anna Seidl




Einzelband, ab 14 Jahren
Verlag: Oetinger
Hardcover, ca. 256 Seiten
ISBN: 978-3-7891-4746-3
Preis: 14,95 €

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Klappentext:
Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?

Meine Meinung zum Buch:
Ein Buch über einen Amoklauf. Ein Buch über ein Thema das einen mit Schrecken erfüllt. Ein Buch über ein Thema, dass Eltern und einem selber die Illusion nimmt, dass Kinder zu mindestens in der Schule noch absolut sicher vor der Welt sind. Ein Debüt einer 16-jährigen deutschen Autorin, die zum Glück niemals einen Amoklauf miterlebt hat, aber es in ihrem Buch erschreckend echt wirken lässt. Ein Buch, entstanden aus dem Albtraum eines jungen Mädchens!
Ein Amoklauf wurde bisher noch in keinem meiner gelesenen Bücher thematisiert - weder in einem meiner Thriller noch in einem Tatsachenroman. Das sich ausgerechnet ein junges Mädchen an dieses Thema wagt, hat mich neugierig gemacht. Aber irgendwann musste es soweit kommen. Wir leben in einer Zeit, in der schon auf Jahreshauptversammlungen in Schützenvereinen nicht nur darüber diskutiert wird, ob ein Kleinkalieberschießstand eingerichtet werden soll - sondern auch darüber, welche Waffen bei Amokläufen am meisten verwendet wurden und ob deshalb der Ausbau des Schießstandes nicht fatal wäre.
Eine Zeit in der Städte wie Winnenden eine traurige Berühmtheit erlangt haben, obwohl sie vorher bundesweit unbekannt waren.
Die Autorin des Buches, Anna Seidl, hat es geschafft diese Fassungslosigkeit über Amokläufe in Worte zu fassen. Obwohl sich “Es wird keine Helden geben” hauptsächlich um die Nachbereitung des Amoklaufes in einer Schule befasst, ist der Eindruck des Erlebten sehr intensiv. Die Protagonisten stecken voller Trauer aber auch Hoffnung. Das Geschehen ist schwer zu verarbeiten und lässt Freundschaften zerbrechen aber schweißt auch kaputte Familien zusammen. Anna Seidl zeigt in ihrem Buch, wie sehr schreckliche Geschehen das Leben von einzelnen und deren Angehörigen verändert.
Auf unheimlich intensive Art bekommt man Einblicke in die verschiedenen Trauerbewältigungen der Opfer und vor allem die Frage dahinter: Ist der Attentäter auch ein Opfer?!
Die zentrale Frage des Buches “Wer trägt Mitschuld an der Katastrophe?” kann man als Außenstehender kaum beantworten, jedoch haben die Opfer des Amoklaufes und deren Angehörigen in dem Romandebüt ganz eigene Gedanken und Antworten auf diese Frage.
Mich hat dieses Buch von Anfang bis Ende gepackt und tief berührt. Es hat mich nachdenklich gestimmt und an manchen Stellen hätte ich den Protagonisten gerne einen Rettungsring zugeworfen. Als Leser oder Leserin dieses Buches sollte man sich bewusst sein, dass man sich für “Es wird keine Helden geben” Zeit nehmen sollte, Zeit diese traurige aber auch teilweise hoffnungsvolle Geschichte zu lesen und danach zu verarbeiten. Das Buch ist keines für zwischendurch aber man sollte es trotzdem gelesen haben!
Für mich ist dieses Jugendbuch eines, dass meine ehemalige Klassenlehrerin wahrscheinlich als Schullektüre ausgewählt hätte. Ein Debüt die ganze Klasse zum Nachdenken gebracht hätte und viele interessante Diskussionen angeregt hätte.
Ich kann es nur jedem, egal welcher Altersklasse, ans Herz legen!

Fazit:
Ein Buch das einen sprachlos und nachdenklich hinterlässt! Absolute Leseempfehlung!

Kommentare:

  1. Mir ging es genauso, ich war auch unheimlich berührt. Was ich dir noch empfehlen kann: Ein toter Lehrer von Simon Lelic. Das hat mich auch sprachlos gemacht und zeigt, dass auch Lehrer Mobbingopfer sein können.

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    1. Hab das Buch schon dank deiner Rezi zu "Es wird keine Helden geben" entdeckt... Es ist jetzt erstmal auf meine Geburtstagswunschliste gewandert :)

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  2. Ich finde deine Rezension toll, mich hat das Buch auch unheimlich berührt und nachdenklich zurück gelassen. Ich finde es auch wichtig darüber nachzudenken und zu sprechen...

    Glg
    Micha

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Vielen Dank für deinen Kommentar!
Schaue doch in ein paar Tagen noch einmal vorbei, dann findest du bestimmt eine Antwort von mir ;)

 
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