Sonntag, 16. Februar 2014

zorneskalt von Colette McBeth





Einzelband
Verlag: blanvalet
Paperback, ca. 384 Seiten
ISBN: 978-3-442-38265-1
Preis: 12,99 €

Probelesen und kaufen könnt ihr das Buch hier





Klappentext:
Rachel Walsh, Kriminalreporterin des Nachrichtensenders National News Network, wird zu einer Pressekonferenz der Polizei in Brighton entsandt. Als sie den Konferenzraum betritt, sieht sie auf einem Poster neben dem Podium das Bild ihrer ältesten, besten Freundin vor sich: Clara O’Connor. Clara, mit der Rachel drei Tage zuvor in einer Bar verabredet, die dort jedoch nie aufgetaucht war …

Meine Meinung zum Buch:
Bei diesem Buch bin ich eindeutig ein Marketingopfer geworden! Ursprünglich klang die Geschichte auf dem Klappentext nämlich nicht so umwerfend, dass ich das Buch unbedingt haben musste. Eine Kriminalreporterin die auf einer Pressekonferenz ein Vermisstenplakat ihrer besten Freundin sieht klingt im ersten Moment nicht so besonders. Allerdings hat der blanvalet-Verlag es durch eine Marketingaktion so realistisch gestaltet, dass ich neugierig wurde.
Ständig schaute mich die vermisste Clara von einem Plakat, der Facebookseite und was weiß ich nicht allem entgegen. Ganz egal wo ich war, ob im Bus, beim Shoppen oder auch im Internet - Clara war auch da und schaute mich mit großen blauen Augen an!
Schlussendlich konnte ich nicht anders und musste erfahre, was mit ihr passiert ist! Ich habe mir also das Buch “zorneskalt” geschnappt und fand eine Art Tagebuch von Rachel Walsh vor. Mit Rückblenden erzählte die Kriminalreporterin von ihrer Beziehung zu ihrer ehemals besten Freundin Clara. Hatte ich dank den Vermisstenplakaten in ganz Deutschland zuerst noch Mitleid mit ihr, begann ich schnell misstrauisch zu werden.
Rachel erzählte relativ zynisch von ihrer Freundschaft zu Clara und begann viele der Begebenheiten zu Hinterfragen. Dabei schien sie jedoch dem Leser etwas zu verheimlichen, sodass man unsicher wurde ob Rachel oder auch Clara die Böse in der Geschichte war. Zwar bekam man die Informationen zu Claras Verschwinden immer aus Rachels Hand, wodurch man automatisch ehr eine Haltung gegen Clara einnahm, jedoch hatte ich oft das Gefühl das Rachel sich vieles zurechtdreht und einige Informationen auch auslässt.
So hatte man zu Beginn als Leser das Gefühl, dass es ein ganz normales Verschwinden sei beziehungsweise Clara auch vielleicht einfach nur abgehauen ist. Denn Clara war schon immer sprunghaft und teilweise unzuverlässig, weswegen es nicht verwunderlich war als sie zu dem Treffen mit Rachel und ein zwei ehemaligen Schulkameradinnen nicht erschien. Vor allem weil sie vorher Rachel per SMS schrieb, dass es ihr nicht gut ginge sie sich aber für das Treffen zusammenreißen wolle. Als dann jedoch Fotos auftauchten auf denen Clara in einer Umarmung mit Rachels Freund zu sehen war, wurde es mysteriös. Denn eigentlich hatte ihr Freund immer zu Rachel gesagt, dass er Clara überhaupt nicht leiden könne. Als sich dann auch noch herausstellt, dass er seinen Flug nach Afghanistan gar nicht angetreten ist, gab es nur noch zwei Möglichkeiten: entweder Clara und Rachels Freund sind miteinander durchgebrannt oder Rachel hat etwas mit dem Verschwinden der Beiden zu tun!
Die Polizei entscheidet sich für die letztere Version und die Jagd nach der Wahrheit beginnt. Als dann plötzlich eine Leiche auftaucht, wird es für Rachel immer schwieriger ihre Glaubhaftigkeit zu behalten. Denn Rachel behauptet aufgrund der Ereignisse in ihrer Jugendzeit, dass Clara die ganze Sache nur eingefädelt hat, um sich an ihr zu rächen!
Jedes Mal wenn ich von dem Buch erzähle, denke ich mir: “Wow, das klingt nach richtig spannenden Material mit vielen interessanten und geheimnisvollen Wendungen!”. Leider ist das aber auch wirklich nur in der Zusammenfassung der Geschichte so. Schließlich hat das Buch 384 Seiten und die Autorin damit genug Möglichkeiten die Geschichte in die Länge zu ziehen und mich als Leserin zu langweilen. Colette McBeth hat an unglaublich vielen Stellen das Potential der Geschichte total verschenkt und für die Geschichte unwichtige, langweilige Szenen beschrieben. Viele der Szenen wirkten nahezu gleich, sodass mir schnell die Motivation zum Weiterlesen fehlte. Allzuoft wirkten die Wendungen an den Haaren herbei gezogen, sodass ich hoffte, dass die Geschichte endlich ein Ende findet. Wie sie endet, war mir nach der Hälfte des Buches absolut klar, die Frage war nur noch: welchen Weg wählt die Autorin dorthin.
Für mich ist “zorneskalt” absolut kein Thriller, sondern ehr eine Art spannendes Drama. Absolut unblutig und mit viel Trara um nichts. Ähnliches habe ich schon bei “Gone Girl” von Gillian Flynn gelesen. Bei beiden Büchern wurden meine Erwartungen an ein spannendes Versteckspiel enttäuscht und durch ein Drama mit viel emotionaler Tiefe ersetzt.
Wäre es als Roman deklariert worden, und nicht als Thriller, hätte es mich bestimmt positiv überrascht. So ragt es für mich aus der Masse an Thrillern aber einfach nicht heraus!

Fazit:
Ein Drama zwischen zwei ehemals besten Freundinnen dessen Ursprung in der gemeinsamen Vergangenheit liegt. Als Thriller ist es aber Spannungtechnisch gesehen leider nur Durchschnitt!

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