Mittwoch, 9. April 2014

Guckt ihr nur! von Louise und Martine Fokkens





Einzelband
Verlag: blanvalet
Taschenbuch, ca. 224 Seiten
ISBN: 978-3-442-38136-4
Preis: 9,99 €

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Klappentext:
Seit über fünfzig Jahren arbeiten die Zwillingsschwestern Louise und Martine Fokkens als Prostituierte in Amsterdam. In „Guckt ihr nur!” schieben die beiden 69-jährigen Damen die Gardinen ihrer Schaufenster beiseite und gewähren dem Leser einen authentischen Blick hinter die Kulissen des berühmtesten Rotlichtviertels der Welt. Sie berichten über ihren »Einstieg« ins Gewerbe, plaudern über Zuhälter, Kolleginnen und Kundschaft, verraten ihre besten Tricks und Kniffe und lassen ein paar Stammkunden zu Wort kommen …

Meine Meinung zum Buch:
Dank der Vox-Serie "Detlef muss reisen" bin ich auf diese beiden Herzdamen aufmerksam geworden. Die beiden Autorinnen Louise und Martine Fokkens saßen mit Detlef in einem Amsterdamer Restaurant und erzählten ihm von ihrem Leben als Prostituierte.
Wer schon mal in Amsterdam im Rotlichtviertel war, kennt diese Schaufenster in dem sich Frauen für ein paar Stunden anbieten. In genau so einem saßen auch die beiden Zwillingsschwestern für über 50 Jahre. Bis heute ist eine der Beiden weiterhin aktiv in dem Gewerbe und erfreut sich über eine zahlreiche Stammkundschaft.
In "Guckt ihr nur" geben sie nun einen Einblick in die Welt hinter den Schaufenstern. Immer abwechselnd gibt es eine Geschichte aus der Vergangenheit und eine aktuelle Geschichte aus dem Jahr 2011. Auch aktuelle Stammkunden kommen zu Wort.
Die Geschichten sind kurzweilig und selten über 6 Seiten lang. Dadurch kann man immer mal wieder ein paar Seiten in die verruchte Szene eintauchen. Die beiden Autorinnen nehmen niemals ein Blatt vor dem Mund, aber trotzdem wirkt es nicht obszön sondern einfach interessant und manches Mal auch unterhaltsam. Für mich war es unglaublich, was für Vorlieben manch ein Freier der Damen hatte. So wurden sie zum Beispiel auch dafür bezahlt, dass ein Freier sie auf allen vieren krabbelnd durchs Schlafzimmer tragen durfte.
Für mich war dieser 224-Seiten starke Eindruck unheimlich skurril, aber trotzdem spannend. Auch haben Louise und Martine Fokkens erzählt wie sie in die Szene hineingeraten sind. Obwohl die eine Zwillingsschwester von ihrem damaligen Ehemann zur Prostitution gezwungen wurde und der ihr hart erarbeitetes Geld versoffen hat, erzählen die Beiden ganz ohne Gram. Trotz vieler Up and Downs scheinen sie mit sich und dem Verlauf ihres Lebens zufrieden zu sein.
Für mich war es ein spannender Einblick, den ich gerne gelesen habe. Manches Mal war die Sprache etwas befremdlich, denn es kam oft ein "mein Herr" oder "meine Dame", aber vielleicht reden die ja wirklich so!
Wer sich also für das Amsterdamer Rotlichtmilieu interessiert und dabei auch etwas unterhalten werden möchte, sollte ruhig zu diesem Buch greifen!

Fazit:
Die Autorinnen geben einen spannenden aber auch manchmal traurigen und befremdlichen Einblick in die Amsterdamer Rotlichtgeschichte der letzten 50 Jahren.


Kommentare:

  1. Jetzt musste ich gerade über den letzten Abschnitt schmunzeln, denn dasselbe ist mir bei einem anderen Buch, das aus dem Niederländischen übersetzt wurde, auch aufgefallen. "Mijinher" scheint da einfach die normale Anrede zu sein, aber ohne Namenszusatz klingt das auf Deutsch halt etwas gestelzt...

    LG, Julia

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    1. Hallo Julia,
      alles sehr befremdlich ;) Aber gut, wenn das dir auch schon begegnet ist, scheint es ja tatsächlich üblich zu sein.
      Ich fand es auch im Zusammenhang mit dem Gang zur Prostituierten sehr befremdlich ^^
      Liebe Grüße
      Julia

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Schaue doch in ein paar Tagen noch einmal vorbei, dann findest du bestimmt eine Antwort von mir ;)

 
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